Polizei Info Report Heft 4/2018

Islamismus, Salafismus, islamistischer Terrorismus – wer hat sich Anfang dieses Jahrhunderts in der Bundesrepublik oder überhaupt in Westeuropa mit derartigen Begriffen beschäftigt? In den letzten Jahren hat sich die Situation jedoch dramatisch verändert. In unseren Nachbarländern wurden im Namen einer Glaubensrichtung furchtbare Verbrechen begangen. Und spätestens seit dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt hat der Terror auch Deutschland erreicht. Erste Grundlagen für eine derartige Radikalisierung werden oft über die Ideologie des Salafismus geschaffen. Da die Innere Sicherheit sowie das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger durch diese Problematik in nicht unerheblicher Weise tangiert werden, behandelt diese Ausgabe der Polizei Info Report in einem Beitrag von Dr. Stefan Goertz von der Hochschule des Bundes, Fachbereich Bundespolizei, in Lübeck dieses Thema.

Trotz diverser Unterschiede bei Struktur und Aufbau der Polizeien in den einzelnen Bundesländern ist der Arbeitsablauf einer derartigen Organisation ohne ein funktionierendes Führungssystem nicht vorstellbar. Im Jahr 1976 entwickelten die damaligen Dozenten an der Polizeiführungs-Akademie Robert Altmann und Günter Berndt das Kooperative Führungssystem (KFS), das bald in allen Bundesländern die Grundlage für die dortigen Führungskonzepte bildete. Es handelt sich dabei um ein Motivationsmodell mit den sechs Kernelementen Delegation, Beteiligung, Transparenz, Repräsentation, Kontrolle und Beurteilung, durch die Mitarbeiter nicht mehr autoritär angewiesen, sondern informiert und somit besser motoviert werden sollen. Dieses Modell wurde jedoch nicht nur positiv aufgenommen. Zudem erscheint vor dem Hintergrund sich im Laufe der Jahre ständig verändernder Anforderungen an die Polizei eine Anpassung des KFS an die aktuelle Führungswirklichkeit angeraten. Unser Autor Bernd Walter aus Berlin hat sich als ehemalige Führungskraft bei der Bundespolizei Gedanken über das KFS gemacht und diese in seinem Beitrag zu Papier gebracht.

Vor einigen Monaten wurde vom BKA die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die darin enthaltenen Zahlen verdeutlichen die momentane Kriminalitätslage in den verschiedenen Deliktsfeldern und ermöglichen gleichzeitig einen Überblick, inwieweit sich die jeweiligen Straftaten im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben. Die PKS wird seit dem Jahr 1953 geführt, allerdings bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1989 lediglich für die westdeutschen Bundesländer. Erst danach wurden auch die Zahlen der ehemaligen DDR mit aufgenommen. Unser Autor Birger Antholz, Kriminologe aus Hamburg, hat sich intensiv auch mit den in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik veröffentlichten Erhebungen beschäftigt und entsprechende Statistiken zusammengestellt. In seinem Beitrag stellt er diese Fallzahlen der Gesamt-, insbesondere aber der Kapitalstraftaten den bundesdeutschen gegenüber. Darüber hinaus betrachtet er auch die gesamtdeutsche Kriminalstatistik mit vergleichendem Blick auf die beiden ehemals geteilten Teile der Bundesrepublik.

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